Ein Roman
A Novel
Ein Hirte. Ein Gelehrter. Derselbe Traum.
Dreihundert Kilometer. Tausend Jahre.
A shepherd. A scholar. The same dream.
Three hundred kilometers. A thousand years.
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In einer verfallenen Kirche auf den Ebenen Andalusiens versinkt ein junger Hirte namens Santiago in einen Traum — so lebendig und so seltsam, dass er ihn in die Welt des Wachens verfolgt. Er ist ein moderner Mann namens Elias, ruhelos und ohne Anker, der einen Brief seines sterbenden Meisters Ibrahim erhalten hat: Ein Schwert liegt verborgen dort, wo die Berge atmen. Geh nach Norden. Schau nach unten, nicht nach oben.
Santiago träumt Elias. Elias träumt Santiago. Keiner der Männer versteht noch, dass sie zwei Gesichter desselben Suchens sind — zwei Fremde, die einen einzigen Schlaf teilen, der durch dreihundert Kilometer und tausend Jahre getrennt ist.
In a ruined church on the plains of Andalusia, a young shepherd named Santiago falls into a dream so vivid it pursues him into waking. He is a modern man named Elias — restless, rootless — who has received a letter from his dying master Ibrahim: a sword lies hidden where the mountains breathe. Go north. Look down, not up.
Santiago dreams Elias. Elias dreams Santiago. Neither man yet understands they are two faces of the same search — two strangers sharing a single sleep separated by three hundred kilometers and a thousand years.
„Es braucht Mut zu träumen. Es braucht mehr Mut, aufzuwachen." "It takes courage to dream. It takes more courage to wake." — H.A. Freeman
„Die Seele der Welt interessiert sich nicht dafür, ob man schnell oder langsam ankommt — sie interessiert sich nur für die Ankunft." "The soul of the world does not care whether you arrive quickly or slowly — it cares only for the arrival." — aus dem Roman · from the novel
Santiago ist kein Name. Santiago ist eine Möglichkeit. Jeder Mensch kennt diesen Impuls — das Wissen, das vor der Sprache kommt, dass da irgendwo etwas auf einen wartet. Etwas, das immer schon das eigene war. Etwas, das vergraben liegt unter dem Boden des eigenen Anfangs.
Santiago is not a name. Santiago is a possibility. Every person knows this impulse — the pre-linguistic knowing that somewhere, something waits for them. Something that was always theirs. Something buried beneath the floor of their own beginning.
Die hunderten von Figuren in diesem Gemälde laufen alle in dieselbe Richtung — vorwärts, weg, suchend. Sie sind Hirten und Gelehrte, Kaufleute und Wanderer. Sie sind du. Das Gemälde entstand eigens für dieses Buch, gemalt von Prof. Wolfgang Mussgnug.
The hundreds of figures in this painting all walk in the same direction — forward, away, searching. They are shepherds and scholars, merchants and wanderers. They are you. The painting was made for this book by Prof. Wolfgang Mussgnug.
Santiago schläft auf dem Steinboden einer Sakristei in Andalusien. Elias erwacht in Madrid um 4:17 Uhr morgens. Beide haben denselben Traum — ein Schwert in der Erde, eine Stimme, drei Worte: Geh und finde es.
Santiago sleeps on the stone floor of an Andalusian sacristy. Elias wakes in Madrid at 4:17 a.m. Both have had the same dream — a sword in the earth, a voice, three words: Go and find it.
Santiago zieht südwärts nach Tarifa. Elias fährt nordwärts durch Kastilien und Aragonien in die Pyrenäen. Beide begegnen Spiegelfiguren: dem Kristallhändler, der nie aufgebrochen ist. Miriam, die für eine Woche kam und fünfzehn Jahre blieb.
Santiago heads south toward Tarifa. Elias drives north through Castile and Aragon into the Pyrenees. Both encounter mirror figures: the crystal merchant who never left. Miriam, who came for a week and stayed fifteen years.
Am Col — dem Granitkamm zwischen zwei Ländern — legt Elias die Hände auf den warmen Stein und versteht: Das Schwert liegt nicht hier. Es liegt dort, wo der Träumer schläft. Er dreht sich nach Süden. Er fährt durch die Nacht.
At the Col — the granite ridge between two countries — Elias places his hands on the warm stone and understands: the sword is not here. It is where the dreamer sleeps. He turns south. He drives through the night.
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